13. Februar 2017

Und schon bin ich wieder drin,...

... im Alltag.
Hi zusammen, so schnell kann es gehen.  Schon nach ein paar Tagen zurück in Kasama fühle ich mich wieder pudelwohl. Ich habe mich schon wieder daran gewöhnt, ständig Kinder um mich rum zu haben, auch das frühe Aufstehen ( um halb sechs jeden Tag) fällt mir wieder leichter, obwohl ich ja eigentlich schon gerne mal länger schlafe, was ich mir in der Schulzeit abschminken kann. In der zweiten Klasse geht es immer noch recht laut und chaotisch zu, ich merke aber, daß es schon besser wird, wenn wir zu zweit sind.
Seit Samstag habe ich eine ganz andere Herausforderung, Steph und Luke sind in Lusaka, zu einem Seminar und ich bin alleine für die 14 Kinder, die 5 Hunde, die Katze, die 60-70 Hühner und das Haus verantwortlich. Natürlich muss ich nicht alles machen, tagsüber kommt Alice zum kochen und Juliette macht die Wäsche, aber es ist trotzdem eine Verantwortung, die ich Wie ich meine bis jetzt ganz gut meistere. Es ist für mich ein seltsames Gefühl, abends zu wissen, daß ich jetzt diejenige bin, die für die Kinder da ist und ich niemanden um Rat fragen kann. Andererseits finde ich es auch super. Wir waren gestern mit allen Kindern im Pool, was den Kindern und mir ziemlichen Spaß gemacht hat und es ist auch schön, das sich die Kinder und Steph und Luke auf mich verlassen können und mir das auch zu trauen.
Natürlich bin ich auch ein bisschen erschöpft, vom Wochenende (ich bin schon um 5 aufgestanden, um die Hühner zu füttern und die Eier einzusammeln) aber guter Dinge und echt glücklich wieder hier zu sein:)
Liebe Grüße
Anne

7. Februar 2017

Endlich wieder zurück

Hallöchen, nach langer Reise bin ich seit Sonntag endlich wieder zurück hier in Kasama

In Dar Es Salaam waren wir zuletzt einige Tage auf unserem Zwischenseminar. Dort waren wir insgesamt 29 Freiwillige aus Tansania, Uganda, Namibia und Sambia, die alle schon seit August oder September im Ausland sind. Ich habe neue Freunde gewonnen und wir haben viele gute Gespräche geführt. Es ist schön zu hören, wie die anderen ihre erste Zeit erlebt haben und auch schön, selbst mal zu erzählen. In diesen wenigen Tagen ist unter uns Freiwilligen eine echte Gemeinschaft entstanden, wir konnten uns auch gute Ratschläge geben und unheimlich viel Spaß haben.

Unsere Rückreise bestand nochmal aus einer 36-stündigen Zugfahrt, die ich sehr genossen habe. Aus dem Fenster habe ich die Landschaft beobachtet und sogar ein paar Gazellen und Affen gesehen. Wir sind dann nachts gegen halb drei  in Kasama angekommen und mit dem Taxi zum Golfhaus gefahren. Hier anzukommen war zwar etwas komisch, so mitten in der Nacht aber ich habe mich total gefreut und sofort wieder zu Hause gefühlt. Mittlerweile habe ich mich auch wieder eingewöhnt und auch in der Schule war es cool. Alle haben sich gefreut mich wieder zu sehen. Das Schuljahr beginnt hier im Januar also haben Teacher Bridget und ich neue Kinder bekommen. Insgesamt sind jetzt 21 Kinder in der zweiten Klasse und in unserem kleinen Klassenraum ist es oft sehr laut, trotzdem macht es mir Spaß und ich bin froh wieder zurück zu sein.

Liebe Grüße und bis bald

Anne
PS: Noch etwas zum schmunzeln aus der gestrigen Topic-Stunde. Es ging um Regen und die Frage, wie der Regen in die Wolken kommt. Die erste Antwort, wie aus der Pistole geschossen und von allen bejaht war Gott, der die Regentropfen in die Wolken füllt. Dicht gefolgt von Jesus.

22. Januar 2017

Immer noch unterwegs

Hallo ihr lieben,
Hier kommt Teil 2 unserer Reise.
Als erstes wäre da die Zugfahrt. Wir sind von Mbeya nach Dar Es Salaam gefahren und haben dafür 28 Stunden gebraucht. Im Zug hatten wir ein Sechser-Abteil, mit Betten. Es war zwar ziemlich eng, aber auch ganz schön. Während der Fahrt konnten wir aus dem Fenster echt schön die Landschaft beobachten, Grasland, Palmen, kleine Dörfer oder Hütten und sogar drei Antilopen. Zwischendurch, wenn der Zug an kleineren Bahnhöfen angehalten hat konnte man Obst und kleine Gebäcke von Einheimischen kaufen (die wissen, dass zweimal die Woche der Zug kommt und stehen mit gefüllten 
Der Tazara-Express
 
Ein Stückchen Tansania

Direkt an den Schienen liegt ein Dorf mit Markt

Dar Es Salaam war dagegen ein echter Gegensatz zu den Dörfern und Städten, die wir zuletzt gesehen haben. Es ist eine riesige Stadt, mit Hochhäusern und modernen Gebäuden, die direkt neben heruntergekommenen Häusern stehen. Wir haben uns einfach ein bisschen von der Stadt treiben lassen, haben den Hafen und eine Kirche gesehen (hier ist nicht mehr alles christlich, es gibt viele Moscheen und man sieht überall auf der Straße Muslima). Von einem der Hochhäuser haben wir uns Dar von oben angesehen und wir waren natürlich bei verschiedensten Straßengrills und Shitengenshops, von denen es nicht zu wenige gibt.



Mit einer Fähre sind wir dann nach Sansibar übergesetzt und mal wieder hatte ich das Gefühl im Paradies gelandet zu sein. Weiße Sandstrände, türkisblaues Wasser, Palmen und die pralle Sonne. Die Insel hält was sie verspricht, wir sitzen morgens um 6 am Strand und gucken uns den Sonnenaufgang an, wir haben eine Bluetooth Safari gemacht: Mangrovenbäume, eine Sandbank, Unheimlich viele bunte Fische beim Schnorcheln, ein uralter Baobabbaum und Delfine, die direkt neben unserem Boot hergeschwommen sind. Einfach fantastisch. Auch mit einem Seeigel habe ich Gesellschaft gemacht (die gibt es an unserem Strand leider zu Tausenden und das ist nicht übertrieben ). Wir haben ausgedehnte Strandspaziergänge gemacht und uns im indischen Ozean abgekühlt. Es ist hier nämlich sehr warm, so um die 35 Grad und das im Januar.






DInsgesamt ist es total schön und einfach unglaublich. Schade, das wir nächste Woche schon wieder aufbrechen, zu unserem Zwischenseminar aber ich muss sagen ich freue mich auch schon danach wieder zurück ins Projekt zu gehen, wo jetzt das neue Schuljahr begonnen hat.
Viele liebe Grüße aus der Hitze Sansibars
Anne

12. Januar 2017

Auf Reisen

Hallo ihr Lieben, seit einiger Zeit bin ich jetzt unterwegs durch Afrika, ich habe mal ein bisschen beschrieben, wie das für mich so ist und was alles zum Reisen dazu gehört.
Als erstes die Reisegruppe, die besteht in meinem Fall aus Hannah, den vier Namibiern (Milena, Lena, Lena und Pia), einer Madagassin (Mia) und mir. Ein bunt zusammengewürfelter Haufen 18- und 19-jähriger, die meinen die Welt erkunden zu können und dies auch tun. Jede mit etwas anderen Vorstellungen und Ideen, jede mit ihren eigenen Macken und Kanten und jede mit einem Rucksack auf dem Rücken und einer Tasche oder Plastiktüte in der Hand. An Aufmerksamkeit wurde jedenfalls nicht gespart (da reichen aber wahrscheinlich sieben weiße Mädels auch ohne Gepäck schon aus)

Dann der Plan oder das Ziel der Reise.
Für fast einen Monat Reisedauer war unser Plan doch recht einfach gehalten. Silvester wollen wir am Malawisee sitzen, schwimmen gehen und chillen. Danach noch etwas Malawi erkunden und weiter nach Tansania. Das einzigste feste Datum ist der Beginn unseres Zwischenseminars am 26. Januar in Dar Es Salaam.
Die Transportmittel unserer Reise sind sehr verschieden, aber ich habe die folgenden wirklich alle schon genutzt.


Als erstes wäre da der ganz "normale" Reisebus. Ein großer Bus, durchschnittlich ein Sitz mehr pro Reihe als gewöhnlich aber sonst durchaus mit europäischen Bussen vergleichbar. Die Busse sind grundsätzlich relativ pünktlich (also bis auf ne Stunde genau). Der Bus ist immer voll, mit Menschen (Kinder und Babys reisen immer mit und sitzen einfach mit auf dem eigenen Platz bzw. zur Hälfte beim Nachbarn) und Gepäck (jede Art, von Koffern über Mais/Reissäcke bis hin zu außergewöhnlichen Gegenständen und Tieren, zum Beispiel Hühnern. Jemand hat mal versucht eine Art Postkasten auf Stelzen zu transportieren, der hat aber nicht mehr gepasst). Interessant, oft aber auch nervig ist das Unterhaltungsprogramm. Dort gibt es Musik (immer die gleichen zehn christlichen Lieder) untermalt von Videos mit tanzenden Nonnen, Priestern oder auch mal Soldaten. Manchmal laufen auch irgendwelche Filme, die nicht sooo ne gute Qualität haben und auch irgendwie unverständlich sind. Einmal ist auch ein Priester oder so was in der Art mitgefahren, hat sich in den Gang gestellt und aus der Bibel vorgelesen, gepredigt und gebetet. Das nenne ich mal moderne Missionierungskunst.

Dann gibt es natürlich noch die Minibusse, kleine Busse, die mit Menschen voll gestopft werden, bis wirklich niemand mehr rein passt, so 20 Leute sind da der Normalfall. Diese Busse sind etwas billiger (Preise werden immer verhandelt) haben dafür aber auch oft ne Panne, nen platten Reifen... eigentlich wundert das bei der ständigen Überladung nicht. Wenn man in der Nähe eines Sees ist dann haben diese Busse auch oft Fische dabei, die vorne außen am Scheibenwischer befestigt werden und während der Fahrt auf der Motorhaube baumeln. Wenn man mit einem Minibus fährt, muss man grundsätzlich mit einer längeren Fahrtzeit rechnen und es wird auch überall nochmal jemand mitgenommen und wenn dafür jemand halb in der Türe steht.

Ein Transportmittel, was wir nur auf Seen nehmen konnten ist das Boot, welches von uns schon liebevoll das "Flüchtlingsboot" genannt wurde, weil es so richtig danach aussieht. Es ist voll gestopft bis oben hin mit Menschen, einmal auch zwei Schweinchen, Fische sowieso immer;). Sitzbänke gibt es keine und gegen den Regen wird eine riesige Plane über alle gespannt unter der es dann zwar sehr sandig und stickig, aber immerhin trocken ist. Ein und Ausgestiegen wird einfach durchs knietiefe Wasser.

Ein Art des Transports, die in Sambia eher ungewöhnlich ist ist der "Hike". Man steigt einfach hinten auf einen Pickup auf, auf dem man zusammen mit allerlei Leuten und Gepäck über Straßen und zu Orten fährt, die nicht von Bussen angefahren werden. Für diese Art der Fortbewegung, wie eigentlich für die meisten Arten braucht man echt Vertrauen zu den Fahrern, denn es geht über Buckelpisten und man ist dann doch immer froh, wenn man ankommt:).

Taxen gibt es natürlich auch, aber wir nutzen sie nicht so oft, wenn dann quetschen wir uns zusammen in eins, der Rekord war sieben Leute mitsamt Reisegepäck in ein Taxi, welches immer nur normale Kleinwagen sind. In größeren Städten gibt es aber kleine Tucktucks, mit denen zu fahren echt Spaß macht und auch nicht so teuer ist. Sehr witzig ist es das sie zum tanken auf die Seite gekippt werden.



Die Reiseorte die wir bis jetzt besucht haben waren alle wunderschön. Wir waren am Lake Tanganika, am Malawisee, in Lilongwe, der malawischen Hauptstadt,  auf der Mushroom farm, die in den Bergen Malawis liegt. Jetzt gerade sind wir in Tansania, wo wir Richtung Sansibar unterwegs sind. Es ist einfach supertoll mitten durch Afrika zu reisen und die verschiedensten atemberaubenden Orte zu sehen. 



Reiseproviant ist zum Großteil Reis mit Bohnen, was wir uns meisten selbst kochen, oftmals über einem Feuer.An Besteck haben wir mittlerweile eine kleine Sammlung an Plastikgabeln, -löffeln und -messern. Gegessen haben wir oftmals aus Dosen, dem Topf oder von großen Blättern, was gut funktioniert, wofür wir aber auch schon ausgelacht wurden.
Und natürlich noch die Menschen, die wir treffen. Die meisten sind erst mal geflasht, das eine Gruppe weißer junger Leute durch ihr Land reist, aber alle wollen sich mit uns unterhalten und uns ihre Ware anbieten. Von vielen werden wir auch immer wieder willkommen geheißen, was sehr schön ist. Bei Schwierigkeiten halten wir uns aber immer noch an die Frauen, die typischen "Memes". Sie tragen Shitenges, haben meist ein Baby auf dem Rücken und irgendwelche Dinge auf dem Kopf. In Bussen ist es schon mal etwas unangenehm, weil sie unheimlich viel Platz einnehmen für sich und auch immer irgendwelche Säcke mit Reis, Mangos oder Töpfen oder so transportieren. Aber sie geben auch auf uns Acht, wenn die Männer uns zu aufdringlich werden oder jemand einen falschen, viel zu hohen Preis verlangen. Wo Frauen sind fühlen wir uns immer sicher und man hat einen Ansprechpartner, der einen garantiert nicht bescheißt.
Zu jeder Vernünftigen Reise gehören natürlich auch Schwierigkeiten. Unsere starten teilweise schon an der Grenze, wenn wir nicht das Visum bekommen was wir haben wollen, Stunden warten müssen oder die Grenzbeamten unsere Dollar nicht schön und neu genug finden und sich weigern sie anzunehmen. Bis jetzt haben wir es aber immer geschafft sie zu überreden, mit genug Geduld kommt man eigentlich immer weiter.
Das bis jetzt blödeste ist aber mein Neujahrsgeschenk gewesen. Ich habe pünktlich zum neuen Jahr angefangen zu kränkeln, es hat sich dann durch einen Schnelltest sehr schnell bestätigt, das es sich um Malaria handelt. Malaria ist in Sambia leider sehr weit verbreitet und da hat es halt auch mich getroffen. Ich wünsche es echt niemandem. Ich war einige Tage lang richtig krank, es ging mir scheiße und ich war einige Male im Krankenhaus, es haben sich wirklich alle sehr gut gekümmert, danke dafür. Ich musste einen Tropf bekommen  (gegen Dehydrierung) und die Malaria-Medikamente gespritzt bekommen, weil ich die Tabletten wieder ausgebrochen habe. Mittlerweile geht es mir aber wieder gut und wir konnten unsere Reise fortsetzten. Insgesamt ist es natürlich echt beschissen gewesen aber in Deutschland wird meistens mehr Panik um diese Krankheit gemacht als nötig ist. Es geht einem einige Tage wirklich Scheiße, mit Medikamenten passiert aber nichts schlimmeres.
Ich hoffe ich konnte ein bisschen beschreiben, wie das reisen durch Afrika für mich so ist. Das nächste Mal kommen dann hoffentlich noch ein paar Bilder.
Liebe Grüße aus Tansania
Anne

26. Dezember 2016

Ukufyawakwa kwa Yesu

Frohe Weihnachten, jetzt noch mal richtig.
Weihnachten für uns war total anders und super schön. Zur Feier des Tages haben wir mal so richtig leckeres und besonderes Essen gekocht: Lasagne mit Bohnensalat und Apfelmus, zum Nachtisch Pudding und einen Schokokuchen.
Wir haben auch einen Weihnachtsbaum selber gebastelt, aus einem Stock, einigen Kieferzweigen und Wäscheklammern. Der Baum ist auf jeden Fall der aller schönste gewesen. Eine der Namibia-Freiwilligen hatte sogar eine kleine Krippe und wir haben überall Teelichter aufgestellt.
Im Grunde genommen hatten wir ein sehr einfaches Weihnachtsfest, keine großen Geschenke, ein, zwei Kleinigkeiten. Aber dadurch haben wir Weihnachten gefeiert als dass, was es vielleicht ursprünglich bedeutet. Man sitzt zusammen mit Freunden, isst ein Essen, was vielleicht nicht das traditionelle "Weihnachtsessen" ist, aber dennoch besonders und mit viel Liebe gemeinsam vorbereitet. Wir haben Weihnachtslieder gesungen und die Weihnachtsgeschichte gelesen. Über ein kleines Geschenk, kann man sich riesig freuen und es wird zu etwas besonderem. Vielleicht ist es auch an der Krippe so gewesen. Einfach und schlicht. Maria und Josef waren in einem fremden Land auf sich gestellt.
Dieses Weihnachtsfest ist auf jeden Fall etwas ganz besonderes gewesen und ich bin dankbar, das ich es so erleben konnte. Voller Frieden, Harmonie und mit Leuten, die mir echt ans Herz gewachsen sind und die diese Erfahrung mit mir teilen.
Ersten Weihnachten habe ich mit Luke und Steph und der ganzen Familie verbracht und auch das war etwas besonderes auch wenn es ganz anders war. Es gab ein gemütliches Frühstück im Garten, die Temperaturen liegen so bei Mitte zwanzig bis dreißig grad. Für Abkühlung sorgt dann halt der Pool. Danach haben wir Karten gespielt oder uns einfach nur unterhalten, während die Kinder  (Steph und Lukes eigene) mit ihren Geschenken gespielt haben. Später gab es dann noch ein großes Weihnachtsessen, zu dem viele Bekannte und Freunde eingeladen waren, die vielleicht keine Familie hier in Kasama oder Sambia haben. Das Schöne ist, das wirklich alle willkommen waren. Auch das hat mir mega gut gefallen, auch wenn es zwischendurch etwas schwer war sich klar zu machen, das wirklich Weihnachten ist.
Was für mich ebenfalls ein schönes Weihnachtsgeschenk war, War mit meiner Familie zu schreiben, die ja normalerweise für mich zu Weihnachten dazu gehören. Auch die vielen lieben Grüße, die sie mir bestellt haben haben mich riesig gefreut.
Ich sage es also nochmal: Frohe Weihnachten!
Und auch ein gutes Neues Jahr, wir werden übermorgen aufbrechen und wann der nächste Eintrag kommt ist somit ungewiss.
Alles Liebe
Anne


22. Dezember 2016

Ferien

Hallo aus dem immer noch warmen Sambia,
Bei uns haben mittlerweile auch schon die Ferien angefangen und wir haben Besuch von den Freiwilligen aus Namibia. Das ist total schön und wir genießen die gemeinsame Zeit.
Wir waren alle zusammen bei Lukes Beach, diesmal haben wir allerdings öffentliche Verkehrsmittel genutzt, also Fahrten in Minibussen, 14 Sitze  (in Deutschland wären das 9) für 20 Personen. Gepäck wird aufs Dach geladen, welches sich unter der Last nach unten wölbt oder in den Kofferraum gepackt, wo es dann gegen unsere Köpfe gedrückt hat, ein Teil wurde auch einfach hinten an die Heckklappe gebunden. Wir waren echt froh, daß wir die Fahrten gut überstanden haben und nur eine kleine Panne hatten, die schnell behoben werden konnte. Ein Teil unserer Reise ging auch über den See, wo wir in einem ebenfalls sehr vollgeladenen Taxiboot saßen, die Rückfahrt wegen des Regens unter einer riesigen Plane. Da entsteht nochmal ein ganz anderes Zusammengehörigkeitsgefühl und es braucht einiges an Vertrauen, in diesem Boot zu sitzen, ohne zu sehen wo es hingeht und sich in aller Ruhe mit den anderen Passagieren zu unterhalten. Zum Schluss war aber nur noch der Fischgestank etwas gestört.
Übermorgen ist dann auch schon Weihnachten und hier ist es immer noch total warm, auch wenn es regnerisch ist und deshalb auch insgesamt etwas kühler und alles mittlerweile grün ist, was echt schön aussieht. Richtige Weihnachtsstimmung ist also noch nicht so richtig aufgekommen aber ich denke das dieses Weihnachten schon ein ganz besonderes wird, auch wenn es vermutlich ganz anders ist als alle Weihnachten, die ich bis jetzt erlebt habe aber das gehört auch dazu.
Nach Weihnachten brechen wir dann mittlerweile zu sechst (Hannah und ich und die vier Namibianerinnen) nach Malawi und von dort aus nach Tansania auf, wo wir auch unser Zwischenseminar haben. Wann ich da das nächste Mal Internet habe kann ich noch  nicht sagen. Deshalb will ich euch jetzt schon mal Frohe und gesegnete Weihnachten wünschen und einen guten Start ins neue Jahr. Ich möchte auch nochmal allen Danke sagen, die meinen Blog so fleißig lesen.
Alles liebe
Anne

13. Dezember 2016

Alle Visaprobleme geklärt

Hallo zusammen,
Heute habe ich mal echt gute Nachrichten. Wir haben endlich unsere Visa bekommen. Das heißt wir können jetzt ein Jahr hier bleiben ohne uns weitere Gedanken oder Sorgen zu machen:)
Dieses Visum zu bekommen war gar nicht so einfach. Wir sind insgesamt sieben mal beim Immigrationoffice gewesen nur um jedes Mal die meiste Zeit mit warten zu verbringen, damit die uns nach drei bis vier Stunden einen Stempel in unseren Reisepass gedrückt haben mit dem Auftrag nächste Woche wieder zu kommen, da wir noch keine 21 sind und sie dass erst nochmal mit Lusaka abklären müssen.
Heute hat es tatsächlich ziemlich lange gedauert bis die Beamtin in einem der Büros unsere Mappen mit allen Formularen und Passbilder gefunden hat. Auf das Unterschreiben der Papiere alleine haben wir wieder ne Stunde gewartet. Aber es hat sich gelohnt. Jetzt brauchen wir für den Rest des Jahres nicht mehr hin:)

Bis bald mal wieder
Anne

6. Dezember 2016

Nikolaus


Heute ist Nikolaus. Ich bin sicher die meisten von euch haben etwas in ihrem Schuh gefunden oder sehen zumindest überall in der Stadt Nikoläuse, Weihnachtsmärkte und –dekoration. Man hört Weihnachtsmusik, isst Plätzchen oder kommt aus der Kälte ins warme Haus. Das alles ist hier nicht vorhanden. Heute ist hier ein Tag wie jeder andere und Weihnachtsstimmung kommt überhaupt nicht auf. Wir haben mittlerweile die letzte Woche vor den großen Ferien, die am Freitag anfangen und bis zu 11. Januar dauern. Am Freitag war die End-of-term-presentation, da haben die Kinder kleine Theaterstücke vor den Eltern aufgeführt. Gestern wurde dann der letzte Test für dieses Jahr geschrieben (die Kinder hier schreiben tatsächlich total gerne Tests!) und jetzt sitzen Teacher Bridget und ich an den Zeugnissen. Das neue Schuljahr beginnt hier immer im Januar also müssen wir die Klasse mal gründlich aufräumen, ansonsten gibt es nicht mehr so viel zu tun. Das ist aber auch ganz schön, wir basteln oder spielen mit den Kindern und haben nicht mehr so viel Stress.

Heute waren Hannah und ich außerdem zum dritten Mal in Folge im Immigration Office. Wir sind mit einem Touristenvisum eingereist, das drei Monate lang gültig war, aber letzten Montag abgelaufen ist. Seit dem versuchen wir also eine sechsmonatige Arbeits – und Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Gar nicht so einfach! Wir haben jedes mal drei bis vier Stunden in der Behörde (zum Glück hier in Kasama) verbracht. Wir wurden von einem ins nächste Büro geschickt (mit entsprechenden Wartezeiten dazwischen) und mussten jedes Mal dieselben Fragen beantworten, wer wir sind, was wir hier in Sambia machen, warum wir erst 18 sind (man muss wohl irgendwie 21 sein). Jedes Mal haben wir nur einen neuen Stempel bekommen und einer der Büromenschen hat uns erklärt wir sollten doch bitte morgen/nächste Woche wieder kommen. Leider ist auch heute nicht mehr bei rum gekommen also heißt es für uns nur wieder Abwarten und Tee trinken. Wie die sambischen Behörden funktionieren ist schon irgendwie absurd. Die meiste Zeit arbeitet niemand, alle sitzen nur an ihren Schreibtischen (wenn überhaupt), telefonieren oder starren Löcher in die Luft. Die Dokumente, die wir eingereicht haben (es waren insgesamt 20!!! Seiten) wurden immer wieder von einem zum anderen Büro getragen und wieder zurück und ich bezweifle, dass noch alles da ist (wir haben sicherheitshalber mal alles kopiert).


Ich habe auch noch ein Bild für euch. Das ist INSUA. Eine eklige Käferart, die eigentlich mal Flügel hatte, die sie aber relativ schnell abwerfen und dann so durch die Gegend krabbeln. In der Schule und wahrscheinlich auch überall sonst haben die Kinder die Insua gesammelt und gegessen! Einfach so, roh. Das ist schon ein bisschen eklig.

Liebe Grüße aus dem regnerischen aber immer noch warmen Sambia

Anne