14. März 2017

Frauentag und Afrikacup

Hallo zusammen,
Letzte Woche war bei mir so einiges los. Als erstes war am Mittwoch der internationale Frauentag, der hier groß gefeiert wird. Es gab einen Marsch durch die Stadt, bei dem wir Lehrerinnen der KIS (Kasama International School) mitgelaufen sind. Dazu haben wir alle (von der Schule) den gleichen Chitengestoff bekommen, den wir uns dann zu einem Kleid, Rock... schneidern konnten. Wir sind also alle im Partnerlook bei dem Umzug mitgelaufen, bei dem auch zwei Kapellen, eineige andere Schulen, shoprite (Die Supermarktkette hier), das Militär und die Polizei dabei waren. wir sind alle gemeinsam zum Stadion "maschiert", wo es dann noch einige Reden und Ausstellungen (was Frauen so machen) gab. Der Höhepunkt war auf jeden Fall, dass drei Frauen Traktoren mit verschiedenen landwirtschaftlichen Maschinen gefahren sind. Das fanden alle total super und sie haben sehr viel Applaus bekommen. Ziemlich interessant fand ich auch zwei kleine Vorführungen mit Tänzen und Trommlern, ich bin immer wieder erstaunt, wie krass man seinen Körper doch zur Musik bewegen kann. Es gibt echt großartige Tänzer/innen hier, vor allem den Hüftschwung habe ich dagegen so überhaupt nicht drauf ;)
Anschließend sind wir dann mit den Lehrerinnen zu den Chishimbafällen (Wasserfälle ganz in der Nähe) gefahren, wo wir gegrillt und gechillt haben. Insgesamt war es ein wundervoller Tag, der noch besser wurde als Steph und ich nach Hause kamen und die Boardingkids für uns "Happy womensday" - Karten gebastelt hatten. Total lieb.


Das zweite große Event, das am Sonntag sein Ende hatte war der Afrika U20 Cup, der dieses Jahr in Sambia stattfand und den Sambia gewonnen hat:):):):)
Ich habe die Spiele zusammen mit den Kindern geschaut, was ein riesen Spaß war, weil alle so mitgefiebert haben. Zum Finale am Sonntag haben wir eine kleine Party veranstaltet, mit grillen und einem Jumpingcastle (mir ist das Wort Hüpfburg schon gar nicht mehr eingefallen). Das war natürlich auch spitze für die Kiddies, vor allem, da Sambia dann wirklich mit 2:0 gegen Senegal gewonnen hat.


Gestern hatten wir dann schon wieder einen Feiertag, den internationalen Tag der Jugend. Das bedeutet keine Schule. Steph und ich haben stattdessen einen kleinen Ausflug mit den Kindern zu den "Rocks" gemacht. Dort gibt es einige alten Höhlenmalereien, wir sind aber nur zum spielen und klettern hergekommen. Am Ende sind wir auch ziemlich nass geworden, der tägliche Regen war etwas früher. trotzdem hatten wir aber einen riesen Spaß.


Ganz liebe Grüße
Anne
PS: Bilder folgen, sobald das Internet es zulässt.

7. März 2017


Hallo ihr Lieben,

Ich schreibe euch mal wieder aus Sambia, was immer noch wunderschön grün und relativ regnerisch ist (die Regenzeit geht bis April, wo sie dann vom „Winter“ abgelöst wird. Wie kalt es dann wirklich wird weiß ich gar nicht so genau, ich bin aber schon sehr gespannt.

Letzte Woche ist Hannah zurück nach Deutschland geflogen, ich bin jetzt also die einzigste Freiwillige hier im Norden Kasamas. Das ist etwas schade, aber ich habe in Steph und Luke zwei Menschen gefunden, die mir echt wichtig geworden sind. Auch mit einigen der anderen „Teachers“ verstehe ich mich super und wir sind quasi Freunde. Die Kinder habe ich sowieso ins Herz geschlossen. Am Wochenende war ich mit Luke am Beach, am Lake Tanganjika, wo er einiges zu tun hatte. Montag haben wir es dann erst gegen Mittag zur Schule geschafft und sobald ich angekommen bin haben die Kinder mich umarmt, „Teacher Ann“ gerufen und gesagt, sie hätten mich vermisst. Solche Momente sind für mich wunderschön, es wärmt mir richtig das Herz und ich bin überglücklich hier zu sein, obwohl ich natürlich alle in Deutschland schon manchmal vermisse (besonders, da Hannah jetzt wieder zurück ist).

Sonst gibt es nicht so viel zu erzählen, daher melde ich mich bald wieder

Liebe Grüße

Anne

2. März 2017

Ein halbes Jahr

Hallo zusammen, seit gestern bin ich ein halbes Jahr hier in Sambia in Kasama.
Ganz schön krass die Vorstellung. Ich muss sagen, dieses halbe Jahr War fantastisch. Ich habe so viele Menschen getroffen, die mir ans Herz gewachsen sind, ich habe total viele Erfahrungen gemacht und jetzt so im Nachhinein war es gar nicht so lange (ich kann es jedem und jeder nur weiterempfehlen;)). 
Diese Woche ist hier das normale Alltagsgeschäft wieder eingetreten. Ich bin immer die erste die aufsteht, dann wecke ich die Kinder und sehe zu, das sie irgendwann dann auch mal fertig werden. Komischerweise stehen wir dieses Term früher auf, der Bus kommt etwas später und trotzdem habe ich das Gefühl, das wir öfters spät dran sind als letztes Term.
Ansonsten bin ich froh, daß wieder was los ist im Haus, Langeweile ist auf jeden Fall kein Problem. Es gibt immer jemand der was von mir möchte, sei es bei den Hausaufgaben helfen, was vorlesen (die Gutenachtgeschichte jeden Abend macht mir besonders viel Spaß, auch wenn es im Jungszimmer schon einmal passiert ist, das ich von Schnarchen unterbrochen wurde😂) mit in den Pool oder eine Partie Kicker. Das Kickerspielen ist auch so ne Sache. Der Kicker ist schon relativ alt und hat daher zwei massive Hügel bzw. Kuhlen. Die Griffe von den Stangen fallen teilweise ab oder drehen sich und einen echten Ball gibt es auch nicht mehr, dafür aber zwei Torhüter auf jeder Seite. Es macht aber trotzdem Spaß, vor allem da ich die Jungs schon ein paar mal besiegt habe.
Sonst gibt es hier nicht viel Neues, also bis zum Nächsten mal
Anne
PS: Eine Sache könnte noch interessant sein, das ist die Post. Die sambische Post ist leider recht unzuverlässig. Briefe, die ich verschickt habe haben es tatsächlich in gerade mal 12 einhalb Wochen geschafft. Umgekehrt hatte ich leider noch nicht viel Erfolg. Wohl hat mich der Dom mit vier Monaten Verspätung erreicht (Danke an dieser Stelle fürs schicken, ich war echt überrascht, als ich plötzlich 8 Heftigen aus Oktober und November in den Händen hielt), sonst ist aber noch nichts angekommen, obwohl eine Karte mittlerweile auch schon 5 einhalb Monate unterwegs ist und ein Päckchen seit fast vier Monaten im Postsystem steckt. Ganz schön komisch, aber mir wurde berichtet, dass das Hauptproblem der Post tatsächlich in Lusaka ist. Die dortigen Mitarbeiter sind wohl nicht so eifrig und motiviert und lassen Sachen gerne einfach mal liegen, anstatt sie irgendwohin weiter zu leiten. Ich hoffe aber weiter und wie sagt man so schön, Vorfreude ist doch die schönste Freude:) (zumindest wenn die sich dann irgendwann erfüllt).

21. Februar 2017

Und schon wieder Ferien

Ja, man glaubt es kaum, aber wir haben schon wieder Ferien. Half-Term-Break.

Die Zeit vergeht rasend, und dadurch, dass ich zweieinhalb Wochen Schule durch mein Seminar verpasst habe und dadurch, dass dieses Schuljahr nur knappe 10 Wochen dauert, ist die erste Hälfte des ersten Terms schon wieder vorbei. Eigentlich finde ich es ein bisschen schade, weil ich gerade so gut drin war, andererseits habe ich jetzt auch nochmal eine kleine Pause nach letzter Woche zum durchatmen. Tatsächlich war es dann doch ganz schön anstrengend, vor allem, da wir eine kleine Erkältungswelle hatten, die Kinder aber unbedingt in den Pool wollten.

Ansonsten ist hier aber alles in bester Ordnung, es regnet immer noch jeden Tag, meist abends und kühlt dadurch schön ab, wobei es tagsüber dennoch auf über 25° kommt. Durch die Gewitter haben wir abends schon mal öfters für einige Stunden keinen Strom, aber essen und auch baden im Kerzenlicht ist für mich immer schön.

Was bei Regen nicht so schön ist, ist aufs Klo zu gehen. Unser Klo hat ein Fenster, sodass es leicht reinregnet, nicht so angenehm, aber jetzt habe ich endlich einmal den wahren Sinn eines Klodeckels herausgefunden. Er schützt die Klobrille vor Regen.

Das wars auch schon wieder von mir für heute,

Alles Liebe

Anne

13. Februar 2017

Und schon bin ich wieder drin,...

... im Alltag.
Hi zusammen, so schnell kann es gehen.  Schon nach ein paar Tagen zurück in Kasama fühle ich mich wieder pudelwohl. Ich habe mich schon wieder daran gewöhnt, ständig Kinder um mich rum zu haben, auch das frühe Aufstehen ( um halb sechs jeden Tag) fällt mir wieder leichter, obwohl ich ja eigentlich schon gerne mal länger schlafe, was ich mir in der Schulzeit abschminken kann. In der zweiten Klasse geht es immer noch recht laut und chaotisch zu, ich merke aber, daß es schon besser wird, wenn wir zu zweit sind.
Seit Samstag habe ich eine ganz andere Herausforderung, Steph und Luke sind in Lusaka, zu einem Seminar und ich bin alleine für die 14 Kinder, die 5 Hunde, die Katze, die 60-70 Hühner und das Haus verantwortlich. Natürlich muss ich nicht alles machen, tagsüber kommt Alice zum kochen und Juliette macht die Wäsche, aber es ist trotzdem eine Verantwortung, die ich Wie ich meine bis jetzt ganz gut meistere. Es ist für mich ein seltsames Gefühl, abends zu wissen, daß ich jetzt diejenige bin, die für die Kinder da ist und ich niemanden um Rat fragen kann. Andererseits finde ich es auch super. Wir waren gestern mit allen Kindern im Pool, was den Kindern und mir ziemlichen Spaß gemacht hat und es ist auch schön, das sich die Kinder und Steph und Luke auf mich verlassen können und mir das auch zu trauen.
Natürlich bin ich auch ein bisschen erschöpft, vom Wochenende (ich bin schon um 5 aufgestanden, um die Hühner zu füttern und die Eier einzusammeln) aber guter Dinge und echt glücklich wieder hier zu sein:)
Liebe Grüße
Anne

7. Februar 2017

Endlich wieder zurück

Hallöchen, nach langer Reise bin ich seit Sonntag endlich wieder zurück hier in Kasama

In Dar Es Salaam waren wir zuletzt einige Tage auf unserem Zwischenseminar. Dort waren wir insgesamt 29 Freiwillige aus Tansania, Uganda, Namibia und Sambia, die alle schon seit August oder September im Ausland sind. Ich habe neue Freunde gewonnen und wir haben viele gute Gespräche geführt. Es ist schön zu hören, wie die anderen ihre erste Zeit erlebt haben und auch schön, selbst mal zu erzählen. In diesen wenigen Tagen ist unter uns Freiwilligen eine echte Gemeinschaft entstanden, wir konnten uns auch gute Ratschläge geben und unheimlich viel Spaß haben.

Unsere Rückreise bestand nochmal aus einer 36-stündigen Zugfahrt, die ich sehr genossen habe. Aus dem Fenster habe ich die Landschaft beobachtet und sogar ein paar Gazellen und Affen gesehen. Wir sind dann nachts gegen halb drei  in Kasama angekommen und mit dem Taxi zum Golfhaus gefahren. Hier anzukommen war zwar etwas komisch, so mitten in der Nacht aber ich habe mich total gefreut und sofort wieder zu Hause gefühlt. Mittlerweile habe ich mich auch wieder eingewöhnt und auch in der Schule war es cool. Alle haben sich gefreut mich wieder zu sehen. Das Schuljahr beginnt hier im Januar also haben Teacher Bridget und ich neue Kinder bekommen. Insgesamt sind jetzt 21 Kinder in der zweiten Klasse und in unserem kleinen Klassenraum ist es oft sehr laut, trotzdem macht es mir Spaß und ich bin froh wieder zurück zu sein.

Liebe Grüße und bis bald

Anne
PS: Noch etwas zum schmunzeln aus der gestrigen Topic-Stunde. Es ging um Regen und die Frage, wie der Regen in die Wolken kommt. Die erste Antwort, wie aus der Pistole geschossen und von allen bejaht war Gott, der die Regentropfen in die Wolken füllt. Dicht gefolgt von Jesus.

22. Januar 2017

Immer noch unterwegs

Hallo ihr lieben,
Hier kommt Teil 2 unserer Reise.
Als erstes wäre da die Zugfahrt. Wir sind von Mbeya nach Dar Es Salaam gefahren und haben dafür 28 Stunden gebraucht. Im Zug hatten wir ein Sechser-Abteil, mit Betten. Es war zwar ziemlich eng, aber auch ganz schön. Während der Fahrt konnten wir aus dem Fenster echt schön die Landschaft beobachten, Grasland, Palmen, kleine Dörfer oder Hütten und sogar drei Antilopen. Zwischendurch, wenn der Zug an kleineren Bahnhöfen angehalten hat konnte man Obst und kleine Gebäcke von Einheimischen kaufen (die wissen, dass zweimal die Woche der Zug kommt und stehen mit gefüllten 
Der Tazara-Express
 
Ein Stückchen Tansania

Direkt an den Schienen liegt ein Dorf mit Markt

Dar Es Salaam war dagegen ein echter Gegensatz zu den Dörfern und Städten, die wir zuletzt gesehen haben. Es ist eine riesige Stadt, mit Hochhäusern und modernen Gebäuden, die direkt neben heruntergekommenen Häusern stehen. Wir haben uns einfach ein bisschen von der Stadt treiben lassen, haben den Hafen und eine Kirche gesehen (hier ist nicht mehr alles christlich, es gibt viele Moscheen und man sieht überall auf der Straße Muslima). Von einem der Hochhäuser haben wir uns Dar von oben angesehen und wir waren natürlich bei verschiedensten Straßengrills und Shitengenshops, von denen es nicht zu wenige gibt.



Mit einer Fähre sind wir dann nach Sansibar übergesetzt und mal wieder hatte ich das Gefühl im Paradies gelandet zu sein. Weiße Sandstrände, türkisblaues Wasser, Palmen und die pralle Sonne. Die Insel hält was sie verspricht, wir sitzen morgens um 6 am Strand und gucken uns den Sonnenaufgang an, wir haben eine Bluetooth Safari gemacht: Mangrovenbäume, eine Sandbank, Unheimlich viele bunte Fische beim Schnorcheln, ein uralter Baobabbaum und Delfine, die direkt neben unserem Boot hergeschwommen sind. Einfach fantastisch. Auch mit einem Seeigel habe ich Gesellschaft gemacht (die gibt es an unserem Strand leider zu Tausenden und das ist nicht übertrieben ). Wir haben ausgedehnte Strandspaziergänge gemacht und uns im indischen Ozean abgekühlt. Es ist hier nämlich sehr warm, so um die 35 Grad und das im Januar.






DInsgesamt ist es total schön und einfach unglaublich. Schade, das wir nächste Woche schon wieder aufbrechen, zu unserem Zwischenseminar aber ich muss sagen ich freue mich auch schon danach wieder zurück ins Projekt zu gehen, wo jetzt das neue Schuljahr begonnen hat.
Viele liebe Grüße aus der Hitze Sansibars
Anne

12. Januar 2017

Auf Reisen

Hallo ihr Lieben, seit einiger Zeit bin ich jetzt unterwegs durch Afrika, ich habe mal ein bisschen beschrieben, wie das für mich so ist und was alles zum Reisen dazu gehört.
Als erstes die Reisegruppe, die besteht in meinem Fall aus Hannah, den vier Namibiern (Milena, Lena, Lena und Pia), einer Madagassin (Mia) und mir. Ein bunt zusammengewürfelter Haufen 18- und 19-jähriger, die meinen die Welt erkunden zu können und dies auch tun. Jede mit etwas anderen Vorstellungen und Ideen, jede mit ihren eigenen Macken und Kanten und jede mit einem Rucksack auf dem Rücken und einer Tasche oder Plastiktüte in der Hand. An Aufmerksamkeit wurde jedenfalls nicht gespart (da reichen aber wahrscheinlich sieben weiße Mädels auch ohne Gepäck schon aus)

Dann der Plan oder das Ziel der Reise.
Für fast einen Monat Reisedauer war unser Plan doch recht einfach gehalten. Silvester wollen wir am Malawisee sitzen, schwimmen gehen und chillen. Danach noch etwas Malawi erkunden und weiter nach Tansania. Das einzigste feste Datum ist der Beginn unseres Zwischenseminars am 26. Januar in Dar Es Salaam.
Die Transportmittel unserer Reise sind sehr verschieden, aber ich habe die folgenden wirklich alle schon genutzt.


Als erstes wäre da der ganz "normale" Reisebus. Ein großer Bus, durchschnittlich ein Sitz mehr pro Reihe als gewöhnlich aber sonst durchaus mit europäischen Bussen vergleichbar. Die Busse sind grundsätzlich relativ pünktlich (also bis auf ne Stunde genau). Der Bus ist immer voll, mit Menschen (Kinder und Babys reisen immer mit und sitzen einfach mit auf dem eigenen Platz bzw. zur Hälfte beim Nachbarn) und Gepäck (jede Art, von Koffern über Mais/Reissäcke bis hin zu außergewöhnlichen Gegenständen und Tieren, zum Beispiel Hühnern. Jemand hat mal versucht eine Art Postkasten auf Stelzen zu transportieren, der hat aber nicht mehr gepasst). Interessant, oft aber auch nervig ist das Unterhaltungsprogramm. Dort gibt es Musik (immer die gleichen zehn christlichen Lieder) untermalt von Videos mit tanzenden Nonnen, Priestern oder auch mal Soldaten. Manchmal laufen auch irgendwelche Filme, die nicht sooo ne gute Qualität haben und auch irgendwie unverständlich sind. Einmal ist auch ein Priester oder so was in der Art mitgefahren, hat sich in den Gang gestellt und aus der Bibel vorgelesen, gepredigt und gebetet. Das nenne ich mal moderne Missionierungskunst.

Dann gibt es natürlich noch die Minibusse, kleine Busse, die mit Menschen voll gestopft werden, bis wirklich niemand mehr rein passt, so 20 Leute sind da der Normalfall. Diese Busse sind etwas billiger (Preise werden immer verhandelt) haben dafür aber auch oft ne Panne, nen platten Reifen... eigentlich wundert das bei der ständigen Überladung nicht. Wenn man in der Nähe eines Sees ist dann haben diese Busse auch oft Fische dabei, die vorne außen am Scheibenwischer befestigt werden und während der Fahrt auf der Motorhaube baumeln. Wenn man mit einem Minibus fährt, muss man grundsätzlich mit einer längeren Fahrtzeit rechnen und es wird auch überall nochmal jemand mitgenommen und wenn dafür jemand halb in der Türe steht.

Ein Transportmittel, was wir nur auf Seen nehmen konnten ist das Boot, welches von uns schon liebevoll das "Flüchtlingsboot" genannt wurde, weil es so richtig danach aussieht. Es ist voll gestopft bis oben hin mit Menschen, einmal auch zwei Schweinchen, Fische sowieso immer;). Sitzbänke gibt es keine und gegen den Regen wird eine riesige Plane über alle gespannt unter der es dann zwar sehr sandig und stickig, aber immerhin trocken ist. Ein und Ausgestiegen wird einfach durchs knietiefe Wasser.

Ein Art des Transports, die in Sambia eher ungewöhnlich ist ist der "Hike". Man steigt einfach hinten auf einen Pickup auf, auf dem man zusammen mit allerlei Leuten und Gepäck über Straßen und zu Orten fährt, die nicht von Bussen angefahren werden. Für diese Art der Fortbewegung, wie eigentlich für die meisten Arten braucht man echt Vertrauen zu den Fahrern, denn es geht über Buckelpisten und man ist dann doch immer froh, wenn man ankommt:).

Taxen gibt es natürlich auch, aber wir nutzen sie nicht so oft, wenn dann quetschen wir uns zusammen in eins, der Rekord war sieben Leute mitsamt Reisegepäck in ein Taxi, welches immer nur normale Kleinwagen sind. In größeren Städten gibt es aber kleine Tucktucks, mit denen zu fahren echt Spaß macht und auch nicht so teuer ist. Sehr witzig ist es das sie zum tanken auf die Seite gekippt werden.



Die Reiseorte die wir bis jetzt besucht haben waren alle wunderschön. Wir waren am Lake Tanganika, am Malawisee, in Lilongwe, der malawischen Hauptstadt,  auf der Mushroom farm, die in den Bergen Malawis liegt. Jetzt gerade sind wir in Tansania, wo wir Richtung Sansibar unterwegs sind. Es ist einfach supertoll mitten durch Afrika zu reisen und die verschiedensten atemberaubenden Orte zu sehen. 



Reiseproviant ist zum Großteil Reis mit Bohnen, was wir uns meisten selbst kochen, oftmals über einem Feuer.An Besteck haben wir mittlerweile eine kleine Sammlung an Plastikgabeln, -löffeln und -messern. Gegessen haben wir oftmals aus Dosen, dem Topf oder von großen Blättern, was gut funktioniert, wofür wir aber auch schon ausgelacht wurden.
Und natürlich noch die Menschen, die wir treffen. Die meisten sind erst mal geflasht, das eine Gruppe weißer junger Leute durch ihr Land reist, aber alle wollen sich mit uns unterhalten und uns ihre Ware anbieten. Von vielen werden wir auch immer wieder willkommen geheißen, was sehr schön ist. Bei Schwierigkeiten halten wir uns aber immer noch an die Frauen, die typischen "Memes". Sie tragen Shitenges, haben meist ein Baby auf dem Rücken und irgendwelche Dinge auf dem Kopf. In Bussen ist es schon mal etwas unangenehm, weil sie unheimlich viel Platz einnehmen für sich und auch immer irgendwelche Säcke mit Reis, Mangos oder Töpfen oder so transportieren. Aber sie geben auch auf uns Acht, wenn die Männer uns zu aufdringlich werden oder jemand einen falschen, viel zu hohen Preis verlangen. Wo Frauen sind fühlen wir uns immer sicher und man hat einen Ansprechpartner, der einen garantiert nicht bescheißt.
Zu jeder Vernünftigen Reise gehören natürlich auch Schwierigkeiten. Unsere starten teilweise schon an der Grenze, wenn wir nicht das Visum bekommen was wir haben wollen, Stunden warten müssen oder die Grenzbeamten unsere Dollar nicht schön und neu genug finden und sich weigern sie anzunehmen. Bis jetzt haben wir es aber immer geschafft sie zu überreden, mit genug Geduld kommt man eigentlich immer weiter.
Das bis jetzt blödeste ist aber mein Neujahrsgeschenk gewesen. Ich habe pünktlich zum neuen Jahr angefangen zu kränkeln, es hat sich dann durch einen Schnelltest sehr schnell bestätigt, das es sich um Malaria handelt. Malaria ist in Sambia leider sehr weit verbreitet und da hat es halt auch mich getroffen. Ich wünsche es echt niemandem. Ich war einige Tage lang richtig krank, es ging mir scheiße und ich war einige Male im Krankenhaus, es haben sich wirklich alle sehr gut gekümmert, danke dafür. Ich musste einen Tropf bekommen  (gegen Dehydrierung) und die Malaria-Medikamente gespritzt bekommen, weil ich die Tabletten wieder ausgebrochen habe. Mittlerweile geht es mir aber wieder gut und wir konnten unsere Reise fortsetzten. Insgesamt ist es natürlich echt beschissen gewesen aber in Deutschland wird meistens mehr Panik um diese Krankheit gemacht als nötig ist. Es geht einem einige Tage wirklich Scheiße, mit Medikamenten passiert aber nichts schlimmeres.
Ich hoffe ich konnte ein bisschen beschreiben, wie das reisen durch Afrika für mich so ist. Das nächste Mal kommen dann hoffentlich noch ein paar Bilder.
Liebe Grüße aus Tansania
Anne